Tarifvertrag shk niedersachsen 2020

Forscher der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben festgestellt, dass die Tarifverhandlungen in Deutschland seit Jahren rückläufig sind. “Selbst wenn dieser Erosionsprozess allmählich erfolgt, ist der Trend als solcher klar und setzt sich fort, zumindest in Westdeutschland.” Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen ist nach den vorläufigen, saisonbereinigten, hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Ohne Saisonbereinigung belief sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitsplätze im Dezember auf 3 047 000. Im Branchenvergleich war das vorherrschende Bild des Gesamtwachstums. Der Informations- und Kommunikationssektor verzeichnete mit einem Wachstum von 5,4 % den höchsten prozentualen Anstieg. In absoluten Zahlen verzeichnete der Pflege- und Sozialhilfesektor mit einem Anstieg um 8 100 das höchste Wachstum. Den stärksten Rückgang in Niedersachsen gab es sowohl in absoluten als auch im prozentualen Bereich im Bereich der Zeitarbeit (-4 500 bzw. -6,4 %). Im Einzelhandel beispielsweise haben nicht mehr als sieben von zehn Beschäftigten keinen Tarifvertrag mehr.

Im Bereich Gesundheit, Bildung und Lehre liegt der Anteil bei 43 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe hat jeder zweite Arbeitnehmer (56 Prozent) einen Tarifvertrag. Gut die Hälfte dieser Beschäftigten in Westdeutschland und rund 43 Prozent in Ostdeutschland arbeiteten nach Angaben des IAB in Unternehmen, die ihrer Meinung nach auf einem Branchentarifvertrag basieren. Beispielsweise kann ein Unternehmen nach dem Tarif bezahlen, aber es gilt eine andere Arbeitswoche im Unternehmen, oder Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können nicht gezahlt werden. Niedersachsen ist ein Bundesland im Nordwesten Deutschlands. Sie hat knapp 7,98 Millionen Einwohner und ist damit das viertgrößte Bundesland. Flächenmäßig liegt sie nach Bayern an zweiter Stelle. Die Landeshauptstadt ist Hannover. In der Corona-Krise ist oft von Tarifverträgen als Garant für gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung die Rede. Supermarktkassierer oder Pfleger werden nicht nur mit Merci-Schokolade oder Applaus vom Balkon bedient, sagt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) immer wieder, sie hätten auch einen angemessenen Tarifschutz verdient. Aber in vielen Bereichen sind die Tarifverhandlungen “lausig”.

Für die Tarifverträge, in ganzen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie, kommen die Tarifverträge ins Spiel. Sie gelten für einzelne Unternehmen wie Volkswagen. Demnach waren 2019 sieben Prozent der Beschäftigten im Westen, im Osten elf Prozent und bundesweit acht Prozent. © Statistik der Bundesagentur für Arbeit – Februar 2020 Viele der tarifgebundenen Unternehmen haben branchenspezifische Tarifverträge als Bezugsrahmen für die Aushandlung von Löhnen und Arbeitsbedingungen genutzt. Den Mitarbeitern in diesen Unternehmen fehle es aber “die gesetzliche Verpflichtung und damit die Sicherheit”, schreibt das IAB. Das bedeutet, dass rund 47 Prozent der westdeutschen und 55 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer keinen Tarifvertrag hatten.